Formel 1 kehrt nach Afrika zurück: Zehnjahresvertrag mit Ruanda

2026-10-13
Formel 1 kehrt nach Afrika zurück: Zehnjahresvertrag mit Ruanda

Foto: fia.com

Die FIA, die Formel 1 und die Regierung Ruandas haben am Dienstag in Kigali einen Vertrag über die Austragung des African Grand Prix bekannt gegeben. Das Rennen soll auf einer Strecke stattfinden, die es noch nicht gibt. Sie soll in Bugesera entstehen. Wann das erste Rennen stattfindet, hängt davon ab, wann der Bau abgeschlossen ist.

Erstes Rennen laut Autosport frühestens 2030

Der Vertrag läuft über zehn Jahre, ein Datum für das erste Rennen hat jedoch noch niemand genannt. FIA und Formel 1 sprechen von einem Debüt zu Beginn des kommenden Jahrzehnts, nach Fertigstellung der neuen Strecke. Laut Autosport könnte die erste Ausgabe frühestens 2030 stattfinden. Einzelheiten zum Eröffnungstermin, zu den Bauabschnitten der Strecke und zum Ablauf des Rennwochenendes wollen die Organisatoren später bekannt geben.

Der offizielle Name der Veranstaltung lautet Formula 1 African Grand Prix, presented by Visit Rwanda. Vorgestellt wurde der Vertrag auf einer Pressekonferenz in Kigali, an der Ruandas Präsident Paul Kagame, F1-Chef Stefano Domenicali und FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem teilnahmen.

Die Strecke in Bugesera: 17 Kurven und große Höhenunterschiede

Die Anlage entsteht rund 40 km südlich von Kigali, neben dem im Bau befindlichen neuen internationalen Flughafen. Laut Autosport soll die Strecke etwa 6 km lang sein und 17 Kurven haben. Gefahren wird gegen den Uhrzeigersinn. Der Höhenunterschied auf einer Runde soll mindestens 197 m betragen.

Entworfen wird die Strecke vom ehemaligen F1-Fahrer Alexander Wurz und seinem Planungsbüro. Sie soll die Standards für FIA Grade 1 erfüllen und das natürliche Gelände nutzen, auch mit Blick auf gute Sicht für die Zuschauer.

Der Bau ist Teil eines größeren Sport-, Tourismus-, Infrastruktur- und Wirtschaftsprojekts unter der Leitung des Rwanda Development Board. Außerhalb der Grand-Prix-Wochenenden soll die Anlage ganzjährig genutzt werden: für internationale Motorsportwettbewerbe, Großveranstaltungen, Konferenzen und Unterhaltungsevents.

Erstes F1-Rennen in Afrika seit 1993

Zuletzt fuhr die Formel 1 in Afrika beim Großen Preis von Südafrika 1993 in Kyalami.

„Der heutige Tag ist ein Meilenstein für die Formel 1. Mit dem Einstieg Ruandas in den Kalender ab dem kommenden Jahrzehnt wird unser Sport auf jedem bewohnten Kontinent Rennen fahren“, sagte Stefano Domenicali.

„Der heutige Tag gehört Afrika. Seit mehr als drei Jahrzehnten fährt die wichtigste Motorsportmeisterschaft der Welt ohne diesen Kontinent, und mit diesem Vertrag ändert sich das“, sagte Paul Kagame. Mohammed Ben Sulayem bezeichnete die Rückkehr der F1 nach Afrika als „historischen Moment für unseren Sport“.

Nach Angaben der F1 gibt es in Afrika mehr als 100 Mio. Formel-1-Fans. In den wichtigsten Märkten Subsahara-Afrikas sind fast 60 % von ihnen jünger als 35 Jahre.

Lewis Hamilton warb seit Jahren für ein Rennen in Afrika

Der siebenmalige Weltmeister Lewis Hamilton setzt sich seit Langem für eine Rückkehr der F1 auf den Kontinent ein. „In den vergangenen sechs Jahren habe ich im Hintergrund dafür gekämpft, einen Grand Prix zu bekommen“, sagte er bereits in diesem Jahr.

Der Brite berichtete, er habe mit den Entscheidungsträgern gesprochen und ihnen immer dieselbe Frage gestellt: „Warum sind wir nicht in Afrika? Wir sind auf jedem anderen Kontinent, warum nicht in Afrika?“ Von den Orten, die er besucht hat, gefielen ihm Kenia und Ruanda am besten; Ruanda nannte er „besonders spektakulär“. Diese beiden Länder sowie Südafrika bezeichnete er als gute Standorte für die F1.

Ruanda und große Sportveranstaltungen

Laut Autosport kamen die Gespräche zwischen der F1 und Ruanda 2024 in Schwung. Das Land war zuvor Gastgeber der UCI-Straßenrad-Weltmeisterschaften, des FIFA-Kongresses 2023 und von Spielen der Basketball Africa League. 2024 fanden dort die Generalversammlungen der FIA sowie die FIA-Gala statt. Bei der Gala in Kigali nahm Max Verstappen die Trophäe für seinen vierten F1-WM-Titel entgegen.

„Diese zehnjährige Partnerschaft ist auch eine Investition in die Zukunft Ruandas“, sagte Kagame. Nach seinen Worten sollen die Strecke in Bugesera und der neue Flughafen dem Land über Jahrzehnte Arbeitsplätze, Tourismus und neue Unternehmen bringen.

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