GP Spanien 2026: Antonelli siegt beim ersten Rennen auf dem Madring

Kimi Antonelli hat den Großen Preis von Spanien 2026 gewonnen – und räumte anschließend selbst ein, dass der Sieg eigentlich einem anderen gehört hätte. Der Mercedes-Fahrer profitierte auf Runde 13 von einem Virtual Safety Car, das Lando Norris die Führung kostete. Am Ende stand Antonelli mit 1:34:23,754 Stunden ganz oben, vor Max Verstappen (+4,351 s) und Norris (+5,089 s). Es war sein achter Saisonsieg im 14. Lauf der Formel-1-Weltmeisterschaft 2026.
Start und frühe Phase: Norris vorne, Chaos dahinter
Norris startete von der Pole Position und hielt die Führung trotz sofortigen Drucks von Antonelli. Der Italiener nahm zweimal die Innenlinie, schnitt dabei aber zunächst die erste Schikane und danach Kurve 5 ab. Der zweite Fehler öffnete Verstappen die Tür: Der Red-Bull-Fahrer überholte Antonelli beim Bunker sauber und rückte auf Platz 2 vor.
Hamilton, der auf Weichreifen gestartet war, beschwerte sich per Funk, Verstappen habe an der ersten Kurve eine Position unrechtmäßig gehalten. Verstappen entgegnete, Hamilton sei „fast in mich reingefahren" und „außer Kontrolle" gewesen; sein Renningenieur ordnete dennoch an, die Position abzugeben, um eine Strafe zu vermeiden. Verstappen ließ daraufhin sowohl Antonelli als auch Hamilton vorbei. Eine Strafe erhielt er nicht.
Hamilton konnte von diesem Gewinn nicht profitieren. Bremssorgen, die ihn bereits ab Runde 5 plagten, führten dazu, dass er hinter Verstappen und seinem Ferrari-Teamkollegen Leclerc zurückfiel. Ferrari zog ihn nach sieben Runden aus dem Rennen. Hamilton schilderte das Problem später so: Der Bremspunkt kam, das Pedal machte einen Schritt nach vorn, das Auto verzögerte nicht wie gewohnt – er trug zu viel Fahrt in die Kurve und streifte die Leitplanke. Damit verlor er außerdem den Status als einziger Fahrer, der in der Saison 2026 keine einzige Rennrunde ausgelassen hatte.
VSC auf Runde 13 entscheidet das Rennen
Norris hatte seinen Vorsprung auf Antonelli bis auf 4,5 Sekunden ausgebaut. Das Team informierte ihn, dass die Medium-Reifen des Gegners auf dem griffigen Madrider Asphalt schlechter funktionierten als seine eigenen – man erwog sogar, Antonellis ersten Stint zu verlängern. Dann schied Lance Stroll auf Runde 13 wegen eines Bremsdefekts aus, und der VSC wurde aktiviert.
Mercedes rief Antonelli und Russell herein, Red Bull Verstappen. Norris hatte die Boxeneinfahrt kurz vor der VSC-Phase bereits passiert und musste eine volle Runde mit gedrosseltem Tempo fahren. Als er schließlich an die Box kam, dauerte der Reifenwechsel zudem rund sieben Sekunden. Er fiel hinter Antonelli, Verstappen, Leclerc und Russell zurück und kämpfte sich nur noch auf Platz 3 vor.
Antonelli wechselte auf Hartreifen und meldete per Funk, die Lenkung verhalte sich seltsam. Mercedes fand in den Daten keinen Grund dafür, wies ihn aber darauf hin, dass weitere Tracklimit-Verstöße eine Zeitstrafe nach sich ziehen könnten.
Leclerc spekuliert, verliert und landet auf P4
Leclerc war auf Hartreifen gestartet und blieb während des VSC auf der Strecke. Er übernahm damit auf Runde 17 die Führung. Ferrari hielt ihn draußen in der Hoffnung auf ein weiteres Safety Car oder eine rote Flagge. Nach 48 Runden gab das Team diesen Plan auf, und Leclerc bog doch noch in die Box ab. Er fiel auf Platz 4 zurück (+29,116 s). Russell wurde Fünfter (+29,829 s), obwohl er von Hartreifen gestartet war und zweimal an der Box gestoppt hatte.
Mittelfeld und Ausfälle
Liam Lawson wurde Sechster im zweiten Red Bull. Dahinter folgte Franco Colapinto als einziger Alpine-Punktefahrer auf Platz 7. Oscar Piastri fuhr einen Großteil des Rennens mit beschädigtem Frontflügel – er hatte auf der ersten Runde Kontakt mit Russell –, kam aber noch als Achter ins Ziel. Arvid Lindblad (Racing Bulls) wurde Neunter, Nico Hülkenberg (Audi) Zehnter.
Esteban Ocon verpasste die Punkte als Elfter knapp. Pierre Gasly folgte auf Platz 12; laut autosport.com erhielt er eine Fünf-Sekunden-Strafe für überhöhte Geschwindigkeit in der Boxengasse, wobei einige Quellen davon ausgehen, dass ihn dies auf Platz 13 zurückwarf. Gabriel Bortoleto wurde Dreizehnter, Yuki Tsunoda Vierzehnter in seinem dritten Rennwochenende für Racing Bulls.
Alex Albon war der einzige Williams-Finisher auf Platz 15, vor Ollie Bearman, der nach einem schweren Crash in FP3 mit neuem Chassis und neuen Antriebseinheitskomponenten aus der Boxengasse startete und Platz 16 erreichte. Fernando Alonso wurde Siebzehnter, Valtteri Bottas (Cadillac) Achtzehnter.
Vier Fahrer schieden aus: Hamilton (Bremsen, Runde 7), Sainz (der sein Heimrennen nicht beendete, ohne dass der genaue Grund bestätigt wurde), Stroll (Bremsen) und Pérez (mutmaßlich Kühlsystemdefekt). Sainz war zuvor nach einer Kollision mit Alonso in Kurve 5 mit einer Fünf-Sekunden-Strafe belegt worden.
Antonellis Worte nach dem Rennen
„Es ist schön zu gewinnen, aber es fühlt sich nicht so gut an, weil ich denke, dass Lando das heute verdient hätte", sagte Antonelli nach dem Rennen. Per Funk hatte er während des Rennens nur knapp kommentiert: „Ich habe Mitleid mit Lando, aber…". Über den Rennverlauf meinte er: „Es war ein sehr schwieriges Rennen, alles andere als einfach, vor allem was das Reifenmanagement angeht."
WM-Stand und historischer Kontext
Mit seinem achten Saisonsieg baute Antonelli seine Führung in der Fahrer-WM auf 81 Punkte aus. Er steht bei 292 Punkten, vor Russell (211) und Hamilton (191). Gleichzeitig zog Mercedes mit diesem Sieg in der Zahl der Grand-Prix-Siege als Motorenlieferant mit Ferrari gleich: Beide Hersteller stehen nun bei 251 Siegen.
Das Rennen war die Premiere des Madring in Madrid. Der Kurs mit 22 Kurven und 5,414 km Länge hat die Strecke Barcelona-Catalunya als Austragungsort des Spanien-Grand-Prix abgelöst und ist bis Ende 2035 an die Formel 1 gebunden. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit 340 km/h angegeben. Madrid hatte zuletzt vor rund 40 Jahren einen Formel-1-Lauf ausgetragen, damals auf dem Jarama-Kurs nördlich der Stadt.
Der nächste Lauf ist der Große Preis von Aserbaidschan, geplant für den 24. bis 26. September 2026.
