Rali Ceredigion 2026: Meeke siegt, Suninen ist Europameister

2026-09-11
Rali Ceredigion 2026: Meeke siegt, Suninen ist Europameister

Kris Meeke hat die Rali Ceredigion in Wales gewonnen und dabei seinen ersten Sieg in der FIA Rallye-Europameisterschaft gefeiert. Im Toyota GR Yaris Rally2 auf Michelin-Reifen setzte er sich mit 38,6 Sekunden Vorsprung gegen Teemu Suninen durch. Dem Finnen reichte Rang zwei im Škoda Fabia RS Rally2 des Teams The Racing Factory, um sich einen Lauf vor Saisonende zum Europameister 2026 zu krönen.

Suninen ist der erste finnische ERC-Champion seit Esapekka Lappi im Jahr 2014. Titelverteidiger Miko Marczyk komplettierte das Podium auf Platz drei. Andrea Mabellini, der mit rechnerischer Titelchance nach Wales gereist war, beendete die Rallye auf Rang sechs.

Wie der Titel entschieden wurde

Mabellini hätte in der Power Stage deutlich schneller als Suninen sein müssen, um den Titelkampf offenzuhalten: Vor dem abschließenden Wertungsabschnitt betrug der Rückstand auf Suninen in der Meisterschaft genau neun Punkte. Der Italiener kam dort aber nur auf die siebtbeste Zeit. Suninen gewann die Power Stage, und die Entscheidung war gefallen.

„Unglaublich. Am Mittwoch konnte ich noch nicht glauben, dass wir dieses Tempo gehen können, weil ich ziemlich krank war", sagte Suninen nach dem Ziel. „Am Ende haben wir einen guten Job gemacht und viel gelernt. Es war insgesamt eine sehr gute Saison für uns, vor allem auf Asphalt."

In der laufenden Saison hatte Suninen bereits die Rally Silesia in Polen gewonnen und war in Rom sowie in Zlín jeweils Zweiter geworden. Er fuhr in Ceredigion auf Pirelli-Reifen.

Rennverlauf: Dreher, Angriff, zweiter Dreher

Nach den vier Freitagsabend-Wertungsprüfungen führte noch Suninen mit 0,9 Sekunden Vorsprung auf Meeke. Auf der ersten Wertungsprüfung des Samstags unterlief dem Finnen beim Herausbeschleunigen aus einer engen Kehre ein Dreher, der ihn 13,6 Sekunden kostete. Meeke übernahm die Führung.

Suninen antwortete mit dem Sieg auf der siebten Wertungsprüfung und näherte sich wieder bis auf sieben Sekunden. Meeke konterte mit einer Serie von Bestzeiten und baute seinen Vorsprung bis zum Samstagabend auf 20,5 Sekunden aus.

Am Sonntag geriet Suninen auf der 14. Wertungsprüfung erneut in Schwierigkeiten: Ein zweiter Dreher beschädigte die Front seines Škoda und verursachte ein Kühlwasserleck. Das Auto konnte im Service-Park repariert werden. Danach verzichtete Suninen bewusst auf den Kampf um Bestzeiten und brachte den zweiten Platz sicher ins Ziel. Meeke gewann insgesamt 10 der 16 Wertungsprüfungen.

Für Meeke war der Erfolg zugleich sein erster Rallyesieg auf britischem Boden seit 2007. „Was für ein Wochenende. Danke an alle, die mich hierher gebracht haben. Wenn das Paket stimmt, macht es einfach unglaublich viel Spaß", sagte er im Ziel. Es war nach eigenen Angaben auch Toyotas erster Sieg auf Asphalt in der ERC.

Ausfall Matulka und weitere Neutralisierungen

Der auf Platz vier liegende Jakub Matulka vom ORLEN LOTTO Rally Team überschlug sich auf der ersten Sonntagswertungsprüfung (WP 13) rund 4,6 Kilometer nach dem Start in einer Linkskurve. Er und Beifahrer Damian Syty signalisierten nach dem Unfall, unverletzt zu sein; das Auto blockierte jedoch die Strecke. Die Wertungsprüfung wurde abgebrochen und für den Großteil der Crews mit Ersatzzeiten gewertet. Bereits am Samstag war eine Wertungsprüfung aus Sicherheitsgründen annulliert worden.

Osian Pryce, zweifacher Sieger der Rali Ceredigion, schied ebenfalls auf der 14. Wertungsprüfung mit einem Getriebedefekt aus. Colin Dünker (Ford) erreichte das Ziel nicht nach einem Unfall.

Ergebnis und weitere Wertungen

Hinter Meeke, Suninen und Marczyk folgten Max McRae auf Platz vier und der walisische Lokalfahrer Meirion Evans auf Platz fünf, beide mit ihren jeweils besten ERC-Ergebnissen. Erik Cais wurde bei seinem ersten Rallye-Start in Großbritannien Siebter vor Simone Tempestini. Ville Vatanen sicherte sich mit Rang neun den Titel in der FIA ERC3 Championship.

In der Junior-ERC gewann Timo Schulz die Wertung. Sein Teamkollege Tom Heindrichs hatte am Samstagabend noch 0,1 Sekunden vor ihm gelegen, schied aber nach einem Unfall am Sonntagmorgen aus.

Endergebnis (Auswahl):

  1. Kris Meeke / Noel O'Sullivan jnr. – Toyota GR Yaris Rally2 – 1:29:45,3
  2. Teemu Suninen / Antti Haapala – Škoda Fabia RS Rally2 – +38,6 s
  3. Mikołaj Marczyk / Szymon Gospodarczyk – Škoda Fabia RS Rally2 – +1:03,4
  4. Max McRae / Cameron Fair – Škoda Fabia RS Rally2 – +1:43,8
  5. Meirion Evans / Dale Furniss – Toyota GR Yaris Rally2 – +1:51,2
  6. Andrea Mabellini / Virginia Lenzi – Lancia Ypsilon Rally2 HF Integrale – +2:20,1
  7. Erik Cais / Igor Bacigál – Hyundai i20 N Rally2 – +2:44,8
  8. Simone Tempestini / F. Maior – Škoda Fabia RS Rally2 – +3:36,2
  9. Ville Vatanen / Joonas Ojala – Ford Fiesta Rally3 – +7:19,7
  10. Casey Jay Coleman / Killian McArdle – Ford Fiesta Rally3 – +7:21,3

Hintergrund: Rali Ceredigion und der nächste ERC-Lauf

Die Rali Ceredigion wurde erstmals 2019 ausgetragen und erhielt 2024 den Status einer ERC-Runde. Die Veranstaltung in diesem Jahr war die letzte im Rahmen der ersten dreijährigen Vereinbarung mit der ERC; Gespräche über einen Vertrag für 2027 laufen. Es war zugleich die erste internationale Rallye in Großbritannien seit dem Wales Rally GB 2019, das damals zur FIA Rallye-Weltmeisterschaft zählte.

Der nächste Lauf der FIA Rallye-Europameisterschaft ist die Rally Six Cities North of Portugal, geplant für den 9.–11. Oktober 2026.

Sehen Sie mehr in September 2026
pixelpixelpixelpixelpixelpixelpixelpixelpixel