Russell gewinnt in Baku: 252. Sieg und Rekord für Mercedes-Motoren

Mercedes ist der erfolgreichste Motorenlieferant in der Geschichte der Formel 1. George Russell gewann den Großen Preis von Aserbaidschan am Samstag von der Pole Position aus und bescherte den Mercedes-Antrieben ihren 252. Sieg. Damit zog Mercedes an Ferrari vorbei, dessen Motoren den Rekord seit 2004 gehalten hatten. Im Ziel lag Russell 0,1 Sekunden vor Max Verstappen.
Diese Teams gewannen mit Mercedes-Motor
In dieser Wertung zählt jeder F1-Sieg, der mit der Antriebseinheit eines Lieferanten errungen wurde, unabhängig vom Team.
Den Großteil der Mercedes-Siege holte das Werksteam, doch auch drei Kundenteams trugen dazu bei. McLaren gewann mit Mercedes-Motor 101 Rennen. Brawn GP feierte 2009 acht Siege, in seiner einzigen Saison vor der Übernahme durch Mercedes. Racing Point gewann einmal, im Jahr 2020.
Mit einem Motor aus Maranello ging nur ein einziger Sieg nicht an das Ferrari-Werksteam: Sebastian Vettel gewann 2008 in Monza für Toro Rosso.
Der Rennverlauf in Baku
Das Rennen ging über 51 Runden. Ursprünglich war es für den 27. September angesetzt. Auf Wunsch des Promoters und der Behörden wurde es wegen des Gedenktags um einen Tag vorverlegt.
Von Startplatz 2 ging Charles Leclerc im Ferrari ins Rennen, beim Start zog Oscar Piastri an ihm vorbei. Russell kontrollierte die erste Rennhälfte und setzte sich von der Konkurrenz ab. Dahinter verteidigte sich Piastri gegen Verstappen und Isack Hadjar im Red Bull.
Zwei Neutralisationen und eine Kollision in Kurve 1
In Runde 30 unterlief Alex Albon im Williams ein Fehler. Sein Unfall brachte das Safety Car auf die Strecke.
Beim Restart in Runde 36 blockierte Franco Colapinto vor Kurve 1 die Räder und traf seinen Teamkollegen Pierre Gasly. Beide rutschten nach außen und rissen den McLaren von Lando Norris mit. Alle drei schieden aus. Alpine lag zu diesem Zeitpunkt auf Punktekurs: Gasly war Siebter, Colapinto Zehnter. In derselben Kurve traf Arvid Lindblad Liam Lawson und drehte ihn um. Die Rennkommissare bestraften Lindblad für diese Kollision nicht.
Die Kollision löste die zweite Neutralisation aus. Über deren Form gehen die Berichte auseinander: Laut formula1.com wurde das Rennen erneut unterbrochen, autosport.com und motorsport.com berichten von einer Safety-Car-Phase ohne rote Flagge.
Colapinto entschuldigte sich bei Gasly und Alpine. Norris ist der Ansicht, Colapinto sollte eine Rennsperre erhalten. Alpine kündigte an, zu prüfen, welche Schritte das Team gegen ihn unternimmt. Für das Verursachen der Kollision wurde Colapinto mit einer Rückversetzung um fünf Startplätze bestraft.
Schlussphase und Podium
In der Schlussphase setzte Verstappen Russell stark unter Druck. Der Mercedes-Fahrer hielt die Führung jedoch bis ins Ziel, Verstappen verpasste damit seinen ersten Saisonsieg. Für Russell war es der dritte Sieg in diesem Jahr und der achte seiner F1-Karriere.
Dritter wurde Hadjar. Der Red-Bull-Fahrer kehrte nach einer Verletzung zurück und stand prompt auf dem Podium.
Die weiteren Punkteränge
Piastri geriet in Kurve 1 zu weit nach außen, als er sich gegen Hadjar verteidigte. Damit verlor er die Chance auf das Podium und fiel auf Platz 14 zurück. Leclerc rückte auf den vierten Rang vor.
Kimi Antonelli war im Mercedes überraschend im Qualifying ausgeschieden und ging von Startplatz 16 ins Rennen. Er kam als Fünfter ins Ziel, vor Lewis Hamilton im Ferrari. Dahinter folgten Lindblad (Racing Bulls), Esteban Ocon und Ollie Bearman (beide Haas) sowie Carlos Sainz (Williams). Haas holte die ersten Punkte seit dem Großen Preis von Monaco, McLaren verließ Baku ohne Zähler.
Sechs Fahrer sahen das Ziel nicht: Colapinto, Gasly, Norris, Albon, Fernando Alonso und Lance Stroll. Valtteri Bottas verunfallte mit dem Cadillac in der letzten Runde und wurde als 16. gewertet.
Folgen für die Meisterschaft
Russell nahm Antonelli 15 Punkte ab. Der Führende der Fahrer-WM liegt nun noch 66 Punkte vor ihm.
15 von 23 Saisonrennen sind absolviert. In der Fahrerwertung sind noch 208 Punkte zu vergeben, in der Konstrukteurs-WM 359.
