Hamilton gewinnt GP Spanien – erster Sieg im Ferrari

2026-06-16
Hamilton gewinnt GP Spanien – erster Sieg im Ferrari

Auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya gewinnt in der Regel derjenige, der von der Pole Position startet. Diesmal lief es anders. Lewis Hamilton rollte vom zweiten Startplatz ins Rennen - und erlebte an der Ziellinie den Moment, auf den er seit Vertragsunterzeichnung bei Ferrari hingearbeitet hatte: seinen ersten Sieg im roten Boliden. Zur gleichen Zeit stand WM-Leader Kimi Antonelli mit gebrochenem Heckflügel am Streckenrand. Die siebte Saisonrunde hat die Kräfteverhältnisse an der Spitze stärker verschoben, als vor dem Rennwochenende irgendjemand erwartet hätte.

Hamilton gewinnt seinen ersten Ferrari-Sieg

Der Brite überquerte die Ziellinie in 1:32.28,105 - mit mehr als 19 Sekunden Vorsprung auf den zweitplatzierten George Russell. Es war Hamiltons 106. Sieg in der Formel-1-Weltmeisterschaft; kein Fahrer in der Geschichte des Sports hat öfter gewonnen. Für Hamilton selbst zählte vor allem eines: Es war sein erster Triumph seit dem Wechsel von Mercedes zu Ferrari im Jahr 2025.

Im Ziel ließ der siebenmalige Weltmeister die Emotionen freien Lauf. Über Funk bedankte er sich beim Team und gab zu, dass ein Sieg für die Scuderia sein größter Wunsch nach dem Wechsel zur italienischen Mannschaft gewesen sei. Für Ferrari ist es das Signal, dass der Transfer auch auf der Strecke Früchte trägt - und nicht nur in der Marketingbilanz.

Rennen – von der Strategie bis zum Drama in der Schlussphase

Der Beginn ließ solche Dramatik kaum erahnen. Russell führte von der ersten Kurve an, Hamilton hielt die zweite Position, Antonelli fuhr direkt dahinter. Der erste Reifenwechsel in den Runden 18 und 19 änderte an der Reihenfolge nichts - dieselben Fahrer, dieselbe Anordnung.

Der entscheidende Moment kam beim zweiten Reifenstopp. Hamilton kam früh herein und fiel auf Platz sieben zurück, weit weg von der Spitzengruppe. Ein riskanter Zug - doch sein Ingenieur war klar in der Ansage: Attacke. Hamilton setzte das Kommando präzise um. Er überholte drei Konkurrenten in rascher Folge, und als beide Mercedes-Fahrer ihre eigenen Stopps absolvierten, fand sich der Brite plötzlich an der Spitze wieder.

Dahinter lief ein eigener Kampf. Russell und Antonelli lieferten sich ein hartes Duell um Rang zwei, mehrfach trennten die beiden nur Zentimeter von einer Kollision. Das interne Mercedes-Kräftemessen kostete beide Zeit - Hamilton nutzte die Ruhe an der Spitze und begann, ihnen wegzufahren. Nach dem letzten Reifenwechsel kehrte er als Leader auf die Strecke zurück, mit knapp drei Sekunden Polster auf Russell.

Antonellis Pech – der Leader scheidet in Runde 61 aus

In Runde 61 vollzog der junge Italiener ein beherztes Überholmanöver, übernahm Platz zwei hinter Hamilton und schien sicher auf dem Weg ins Ziel. Dann wurde sein Bolide langsamer. Antonelli rollte auf die Auslaufrunde und blieb stehen - ein Defekt am Heckflügel machte die Weiterfahrt unmöglich.

Ein bitteres Renn-Ende für einen Fahrer, der mit fünf aufeinanderfolgenden Siegen nach Barcelona gekommen war. Die WM-Tabelle behandelte ihn dennoch gnädig. Antonelli blieb Gesamtführender mit 156 Punkten nach sieben Runden - sein Vorsprung auf das restliche Feld war groß genug, dass ein einzelnes DNF den 19-Jährigen nicht vom Spitzenplatz verdrängte.

Podium für drei Briten

Zweiter und Dritter wurden Landsleute des Siegers. George Russell belegte im Mercedes Rang zwei mit einem Rückstand von 19,561 Sekunden. Das unterste Podiumstreppchen gehörte Lando Norris im McLaren, dem amtierenden Weltmeister - er verlor 23,719 Sekunden auf Hamilton.

Max Verstappen im Red Bull kam als Vierter ins Ziel, Oscar Piastri (McLaren) wurde Fünfter. Punkte holten außerdem Isack Hadjar, Pierre Gasly, Franco Colapinto, Liam Lawson sowie Arvid Lindblad, der die Top Ten schloss. Alle zehn klassierten Fahrer lagen auf der gleichen Runde wie der Führende.

Was das für die Weltmeisterschaft bedeutet

In der Fahrerwertung steht Antonelli noch immer an der Spitze mit 156 Punkten - doch sein Polster wirkt nicht mehr unantastbar. Hamilton folgt als Zweiter mit 115 Punkten; der Barcelona-Sieg hat ihm die Rolle des schärfsten Verfolgers endgültig gesichert. Russell liegt mit 106 Punkten auf Rang drei - das Podium der WM-Tabelle entspricht exakt dem Podium in Spanien.

Dahinter rangieren Charles Leclerc mit 75 Punkten, Norris mit 73 und Piastri mit 68. Verstappen kommt nach sieben Runden auf 55 Punkte - für seine Verhältnisse ein ungewöhnlich großer Rückstand auf die Spitze.

Bei den Konstrukteuren führt Mercedes mit 262 Punkten, trotz des Null-Ergebnisses von Antonelli in Barcelona. Ferrari folgt auf Platz zwei mit 190 Punkten und kann nach Hamiltons Sieg berechtigterweise auf einen offenen Kampf um den Konstrukteurstitel hoffen. McLaren belegt Rang drei mit 141 Punkten, dahinter folgen Red Bull, Alpine und Racing Bulls.

Wann findet das nächste Rennen statt?

Die achte Saisonrunde ist der Große Preis von Österreich, angesetzt für den 28. Juni. Der Red Bull Ring gilt traditionell als Strecke für mutige Überholmanöver und kurze, intensive Runden - sowohl Antonelli als auch der aufholende Hamilton werden dort eine weitere Gelegenheit haben, Punkte gegeneinander auszuspielen. Nach Barcelona steht eines fest: Die WM-Tabelle ist deutlich spannender geworden, als es vor dem Wochenende in Spanien den Anschein hatte.

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