Wem gehört die Formel 1?

Die Formel 1, die globale Hochgeschwindigkeits-Rennserie, die modernste Technologie mit fahrerischem Können und Mut verbindet, gehört auf der kommerziellen Seite der Liberty Media Corporation. Das amerikanische Medienunternehmen kaufte die kommerziellen Rechte an der F1 im Jahr 2017 - ein großer Einschnitt in der Art, wie der Sport als Geschäft geführt wird.
Die Fédération Internationale de l'Automobile (FIA) bleibt der Dachverband, der das technische und sportliche Reglement festlegt. Liberty Media kontrolliert über seine Tochtergesellschaft, die Formula One Group, die geschäftliche Seite der F1 - darunter TV-Verträge, Austragungsgebühren der Rennen, Sponsoring und Promotion.
Diese Trennung zwischen Eigentum und Regelhoheit ist der Schlüssel zum Verständnis, wie die F1 funktioniert. Mit dem Kauf durch Liberty Media wandelte sich der Sport vom älteren, von Bernie Ecclestone kontrollierten Modell zu einem modernen, medienorientierten, globalen Entertainment-Produkt.
Die wichtigsten Ziele: das Publikum der F1 vergrößern, vor allem in neuen Ländern, und über digitale Inhalte und einen starken Social-Media-Auftritt jüngere und vielfältigere Fans erreichen.
Was bedeutet Eigentum an der Formel 1?
Das Eigentum an der F1 lässt sich nicht auf eine einzelne Person oder Firma reduzieren. Es ist vielmehr eine Mischung aus kommerzieller Kontrolle und sportlicher Autorität, die sich über die Jahre stark verändert hat.
Diese Trennung ist wichtig, weil sie die geschäftliche Seite der F1 von der sportlichen und regulatorischen Seite abgrenzt.
Im Kern ist die Formel 1 ein globales Motorsport-Unternehmen, das die FIA-Formel-1-Weltmeisterschaft betreibt. Dazu gehören viele verschiedene Aufgaben, etwa Verträge mit Rennstrecken abschließen, weltweite Fernsehrechte verwalten und den F1-Namen samt Logo lizenzieren.
Diese Struktur trägt den Betrieb einer der bekanntesten jährlichen Sportserien des Planeten - mit Rennen auf mehreren Kontinenten und einem riesigen weltweiten Publikum.
Wer hält die kommerziellen Rechte an der F1?
Die kommerzielle Seite der Formel 1 liegt bei der Formula One Group, einer Tochtergesellschaft der Liberty Media Corporation. Diese Gruppe ist dafür verantwortlich, Einnahmen im gesamten Sport zu erschließen und zu verwalten.
Eine ihrer wichtigsten Gesellschaften ist Formula One World Championship Limited (FOWC), die die exklusiven kommerziellen Rechte an der FIA-Formel-1-Weltmeisterschaft hält. FOWC kümmert sich um die Verträge für die Austragung der Grands Prix, TV-Vereinbarungen mit Sendern weltweit und die Lizenzierung des geistigen Eigentums der F1, etwa des F1-Logos und weiterer Markenzeichen.
Eine weitere Schlüsselgesellschaft ist Formula One Management (FOM), der operative Arm der Gruppe. FOM kontrolliert Übertragungen, Eventorganisation und Promotionrechte. Sie produziert das TV-Signal aller Trainings-, Qualifying- und Rennsessions, das anschließend an Sender in aller Welt verteilt wird.
Über das Fernsehen hinaus organisiert FOM die riesige Logistikoperation, die nötig ist, um Autos, Equipment und Personal von Rennen zu Rennen zu bewegen. Sie hilft außerdem bei der Finanzierung mancher neuer Strecken und manchmal neuer Teams, um die Präsenz der F1 in weiteren Ländern auszubauen.
Diese weitreichende Kontrolle darüber, wie der Sport Geld verdient, ist der Grund, warum die Formula One Group im Zentrum des Finanzsystems der F1 steht.
Der Unterschied zwischen Regelhoheit und Eigentum in der F1
Die Formula One Group unter Liberty Media besitzt und kontrolliert die kommerziellen Rechte und Geschäftsaktivitäten der F1. Die FIA kümmert sich dagegen um das Reglement und die sportliche Seite.
Die FIA ist der internationale Dachverband des Motorsports und sanktioniert offiziell die Formel-1-Weltmeisterschaft. Zu ihren Aufgaben gehören das technische Reglement der Autos, das sportliche Reglement, die Einstufung und Abnahme der Strecken sowie die Vergabe der Rennlizenzen an die Fahrer.
Diese klare Trennung bedeutet: Liberty Media kümmert sich um Geld und Promotion, während eine unabhängige Instanz - die FIA - Regeln und Sicherheitsstandards kontrolliert. Die FIA stellt Rennkommissare, Renndirektoren und weitere Offizielle, die das Reglement durchsetzen und die Sicherheit schützen.
Vereinfacht gesagt: Liberty Media gehört das Geschäftspaket, das die F1 der Öffentlichkeit präsentiert, und die FIA kontrolliert den Sport aus Regel- und Sicherheitsperspektive. Diese Trennung soll verhindern, dass Geschäftsinteressen über fairen Wettbewerb und Sicherheitsstandards stehen.
Wie hat sich das Eigentum an der F1 im Lauf der Zeit verändert?
Die Geschichte der F1-Eigentümer ist eine Geschichte wechselnder Machtverhältnisse, cleverer Geschäftszüge und des ständigen Drangs, den Sport weltweit wachsen zu lassen.
Über viele Jahre stand ein Mann im Zentrum dieser Geschichte und machte die F1 zu dem riesigen kommerziellen Produkt, das sie heute ist. Später stiegen große Investmentfirmen ein, und schließlich übernahm Liberty Media - jeder hinterließ bleibende Spuren in der Führung der F1.
In den frühen Jahren war die F1 eher eine lose Sammlung einzelner Rennen und Teams. Die Rennveranstalter schlossen oft ihre eigenen kommerziellen Deals ab, mit wenig zentraler Kontrolle. Dieser Ansatz begrenzte die Möglichkeit des Sports, als einheitliches, globales Geschäft zu wachsen.
Um die F1 in ein Milliardenprodukt zu verwandeln, brauchte es jemanden, der die kommerzielle Seite zentralisieren und die Meisterschaft als ein einziges, weltweites Paket verkaufen konnte. Hier kam Bernie Ecclestone ins Spiel.
Bernie Ecclestone und der Aufstieg der kommerziellen Rechte
Bernie Ecclestone ist eng mit dem kommerziellen Wachstum der F1 verbunden. Er kam 1971 als Besitzer des Brabham-Teams in die F1 und erkannte schnell das riesige Potenzial der kommerziellen Rechte.
1978 wurde er Chef der Formula One Constructors' Association (FOCA). Das war ein Wendepunkt, der zu seiner langen Kontrollphase führte. Ecclestones entscheidender Zug: Er brachte die Teams dazu, als geschlossene Gruppe zu verhandeln, statt einzeln mit den Streckenbesitzern. Diese gebündelte Verhandlungsmacht ermöglichte bessere TV-Verträge und machte die F1 zu einem großen Fernsehereignis.
Das Concorde Agreement von 1981 war ein wichtiger Schritt. Es gab der FOCA das Recht, TV-Deals für die Meisterschaft auszuhandeln. Unter Ecclestone wurde 1987 die Formula One Group gegründet, und er erlangte weitreichende Kontrolle über die kommerziellen Rechte, etwa TV-Rechte, Werbung und Rennpromotion. Er wurde zum wichtigsten kommerziellen Kopf des Sports und steuerte dessen öffentliches Bild und die Einnahmen mit Bedacht. Er gründete Formula One Promotions and Administration (FOPA), aus der später Formula One Management (FOM) wurde, um diese Rechte zu verwalten und einen großen Anteil der TV- und Renngebühren einzusammeln.
In dieser Zeit stiegen die Einnahmen der F1 stark an und ihre globale Reichweite wuchs - allerdings begleitet von häufigen Streitigkeiten und Machtkämpfen mit der FIA.
Die Ära von CVC Capital Partners
Nach Bernie Ecclestones langer Herrschaft ging das Eigentum an der Formel 1 in die Hände großer Finanzinvestoren über, beginnend mit CVC Capital Partners. Die Private-Equity-Firma begann Mitte der 2000er-Jahre, Anteile an der Formula One Group zu kaufen, und baute ihre Beteiligung kontinuierlich aus.
Im März 2006 hielt CVC 63,4 % der Formula One Group und war damit Mehrheitseigentümer. Die F1 wurde nun hauptsächlich von einer Investmentfirma kontrolliert statt von einer einzelnen starken Persönlichkeit.

Während der CVC-Zeit wuchs die F1 kommerziell weiter, es gab aber auch deutliche Kritik. Einige Stimmen aus dem Fahrerlager, etwa Force Indias stellvertretender Teamchef Bob Fernley, warfen CVC vor, sich zu sehr darauf zu konzentrieren, Geld aus dem Sport zu ziehen, statt an seine langfristige Zukunft zu denken.
CVC erwog 2012 einen Börsengang an der Börse Singapur, der jedoch nicht zustande kam. Anschließend verkaufte die Firma Teile ihrer Beteiligung an andere Großinvestoren wie Waddell & Reed, BlackRock und Norges Bank.
Insgesamt führte CVC die F1 mit einem unternehmerischen, investorengetriebenen Ansatz - und bereitete damit den Boden für den späteren Verkauf an einen neuen Eigentümer: Liberty Media.
Liberty Medias Übernahme und Vision
Der jüngste große Eigentümerwechsel in der F1 kam Ende 2016, als die Liberty Media Corporation zustimmte, eine Mehrheitsbeteiligung an der Formula One Group für rund 4,4 Milliarden USD zu übernehmen. Der Deal wurde im Januar 2017 abgeschlossen und brachte einen frischen Führungsstil in die F1.
Im Zuge dieses Wechsels kaufte Liberty die verbliebenen Anteile von Bernie Ecclestone und entzog ihm die operative Kontrolle.
Liberty Media hatte einen klaren Plan: den Sport modernisieren, das Publikum vergrößern und ihn für jüngere Fans attraktiver und zugänglicher machen. Bald darauf wurde das F1-Logo erneuert und massiv in digitale Medien investiert. Das bedeutete stärkere Aktivität auf den Social-Media-Plattformen und den Start von F1 TV, einem Streamingdienst, mit dem Fans Live-Rennen und Zusatzinhalte online schauen können.
Einer der größten Erfolge von Liberty war die Zusammenarbeit mit Netflix bei der Serie „Formula 1: Drive to Survive“. Die Show brachte dem Sport viele neue Fans - auch Menschen, die zuvor nie F1 geschaut hatten.
Liberty konzentrierte sich außerdem auf das Wachstum in neuen Märkten, vor allem in den USA. Mit den neuen Rennen in Miami und Las Vegas stehen nun drei Grands Prix in den USA im Kalender.
Viele in der F1, darunter der frühere F1-Geschäftsführer Ross Brawn, haben gelobt, dass Liberty den Sport und das Fan-Erlebnis verbessern will, statt nur kurzfristigem Profit hinterherzujagen.
Wem gehört die F1 heute?
Mit Stand vom 5. Dezember 2025 kontrolliert die Liberty Media Corporation die kommerzielle Seite der Formel 1. Das US-Medienunternehmen mit Hauptsitz in Englewood, Colorado, hat die F1 in eine Phase starken globalen Wachstums und höherer Einnahmen geführt. Mit dem Kauf 2017 wechselte die F1 von der langen Periode unter Ecclestones persönlicher Kontrolle in eine Struktur, in deren Zentrum ein großer, börsennotierter Entertainment-Konzern steht.
Libertys Plan war, die eigene Erfahrung in Medien und Entertainment zu nutzen, um die F1 zu einer offeneren und mitreißenderen globalen Marke zu machen. Der Einfluss zieht sich durch jeden Aspekt der Präsentation der F1 - von Rennpromotion und Übertragungsformaten bis hin zur Interaktion der Marke mit Fans weltweit. Dieser ganzheitliche Ansatz hat die Einnahmen der F1 gesteigert und zugleich ihre kulturelle Wirkung verbreitert, besonders in Märkten wie Nordamerika.
Liberty Media Corporation: der Mehrheitseigentümer
Die Liberty Media Corporation ist Haupteigentümerin der Formula One Group. Das amerikanische Medienunternehmen, geführt von Chairman John Malone und CEO Greg Maffei, hat breit gefächerte Interessen in Radio, Sport und Entertainment. Die Entscheidung, die F1 2017 für rund 4,4 Milliarden USD zu kaufen, hat das Geschäft mit dem Motorsport neu geordnet. Die F1 ist bei Liberty Media eine von drei Tracking-Stock-Gruppen, neben der Liberty SiriusXM Group und der Braves Group.
Libertys Stil im Umgang mit der F1 ist vorausschauend und fanorientiert. Das Unternehmen erkannte, dass die F1 weit über das klassische Motorsportpublikum hinaus wirken kann, und unternahm Schritte, um ihre Anziehungskraft zu verbreitern. Das bedeutete ernsthafte Investitionen in Online-Inhalte, Social-Media-Plattformen und neue Erzählformate wie Netflix' „Drive to Survive“. Die Show hat eine große Rolle dabei gespielt, jüngere Fans und Menschen aus Ländern zu gewinnen, in denen die F1 weniger populär war.
Liberty hat zudem viel Arbeit in den Aufbau der F1 in den USA und anderen wichtigen Wachstumsmärkten gesteckt - und damit verändert, wie der Sport Geld verdient und wie er sich der breiten Öffentlichkeit präsentiert.
Wichtige Aktionäre und die Verteilung der Anteile
Liberty Media ist zwar der kontrollierende Haupteigentümer, die Formula One Group ist aber auch an der Nasdaq notiert. Ihre Aktien werden unter den Tickern FWONA (Serie A) und FWONK (Serie C) gehandelt. Das heißt: Neben Libertys Kontrollanteil besitzen viele weitere Investoren über die Börse Anteile am Unternehmen.
Zum 30. Dezember 2024 hielt zum Beispiel Warren Buffetts Berkshire Hathaway eine große Beteiligung am F1-Geschäft von Liberty Media im Wert von rund 630 Millionen USD. Die Präsenz solcher Investoren zeigt die Größenordnung und finanzielle Attraktivität der aktuellen F1-Struktur.
Das Eigentum verteilt sich auf eine Reihe institutioneller und privater Aktionäre - üblich für große börsennotierte Unternehmen. Liberty behält die Gesamtkontrolle und legt die langfristige Strategie fest, während andere Investoren zusätzliches Kapital und Aufsicht beisteuern.
Diese Mischung verbindet die klare Richtung eines Haupteigentümers mit breiter Unterstützung des Marktes. Der Kurs der FWONK-Aktie ist seit der Erstnotiz 2016 gut gewachsen, hat vielen Investoren solide Renditen beschert und spiegelt das Vertrauen in die Zukunft der F1 wider.
Die Struktur der Formula One Group erklärt
Die Formula One Group, Liberty Medias direkte Tochtergesellschaft für die kommerzielle Seite der F1, besteht aus mehreren miteinander verbundenen Gesellschaften. Jede kümmert sich um einen bestimmten Bereich des Geschäfts, der Rechte und der Lizenzierung der Meisterschaft. Gemeinsam betreiben und vermarkten sie die FIA-Formel-1-Weltmeisterschaft.
| Gesellschaft | Hauptaufgabe |
| Formula One World Championship Limited (FOWC) | Hält die exklusiven kommerziellen Rechte an der F1 (2011-2110); verhandelt Rennverträge, TV-Rechte und Lizenzgebühren |
| Formula One Management (FOM) | Operative Hauptgesellschaft; verantwortet Übertragungen, Eventorganisation, Produktion des globalen TV-Signals und Promotion |
| Formula One Licensing BV | Besitzt und lizenziert die Markenzeichen der F1, einschließlich des F1-Logos |
| Formula Motorsport Limited | Organisiert Nachwuchsserien wie die FIA Formel 2 und Formel 3 |
| Dorna Sports, S.L. (Mehrheitsbeteiligung) | Kontrolliert MotoGP und Superbike-Weltmeisterschaft (bis 2025 in Libertys Motorsport-Portfolio eingegliedert) |
FOWC steht an der Spitze der kommerziellen Struktur - ein 100-Jahres-Vertrag (ab 2011) gibt ihr die exklusive Kontrolle über die kommerziellen Rechte der F1. Sie schließt Vereinbarungen mit Rennveranstaltern, Sendern und Lizenznehmern. Darunter erledigt FOM die tägliche Arbeit, die Show auf die Beine zu stellen: TV-Berichterstattung produzieren, Zeitpläne koordinieren und Logistik managen.
Formula One Licensing BV verwaltet alle Markenzeichen, etwa das berühmte F1-Logo, und kontrolliert deren Nutzung auf Merchandise, in Spielen und anderen Produkten. Formula Motorsport Limited betreibt Juniorserien wie die F2 und F3, die als Sprungbrett für Fahrer auf dem Weg in die F1 dienen.
Libertys Mehrheitsbeteiligung an Dorna Sports erweitert das Motorsport-Portfolio um Zweirad-Meisterschaften wie die MotoGP und die WorldSBK. Dieser mehrschichtige Aufbau erlaubt es jedem Teil des Geschäfts, sich auf die eigene Rolle zu konzentrieren - und zugleich das Wachstum und die globale Reichweite der Formel 1 als Ganzes zu stützen.

