GP Österreich 2026: Russell auf Pole, Verstappen in der Mauer!

2026-06-27
GP Österreich 2026: Russell auf Pole, Verstappen in der Mauer!

Die Rote Flagge hing in der Luft - doch George Russell hatte seine schnelle Runde bereits beendet. Max Verstappen war gerade in der vorletzten Kurve des Red Bull Ring in die Leitplanken geflogen, Gelbe Flaggen blinkten im Sektor auf, und der Brite rollte noch durch seinen Outlap. Die Stewards hätten ihm alles nehmen können. Sie taten es nicht. Russell kassierte seine vierte Pole Position der Saison, Verstappen startet von Platz fünf.

Russell auf Pole Position beim GP Österreich - wie kam es dazu

George Russell drehte eine 1:06.113 und steht beim GP Österreich ganz vorne. Der Schlüssel lag in seinem Verhalten im dritten Sektor, als Verstappen vor ihm die Kontrolle verlor. Russell gab selbst zu, dass er genau vor diesem Kurveneingang vom Gas gegangen war und dadurch merklich Zeit verloren hatte. Genau das rettete ihn.

Es ging um eine haarfeine Grenze im Reglement. Russell fuhr unter einer einfachen, geschwungenen Gelben Flagge - nicht unter einer doppelten. Dieser Unterschied ist entscheidend: Eine doppelte Gelbe hätte eine deutliche Drosselung verlangt und das Rundenzeit-Ergebnis wohl gekostet. Die einfache Flagge plus das sichtbare Lupfen reichten den Stewards, um auf eine Untersuchung zu verzichten. Mercedes verlässt das Qualifying mit der besten Startposition.

Verstappens Crash, der das Qualifying umkrempelte

Max Verstappen hatte eine starke erste Messung hingelegt. Seine 1:06.475 setzte ihn auf Platz drei, direkt hinter den beiden Mercedes-Piloten. Die zweite Runde sollte noch einmal Zehntel drauflegen - stattdessen endete sie mit einem Dreher und Kontakt mit der Mauer in der vorletzten Kurve.

Der Crash des Weltmeisters teilte das Feld in zwei Gruppen: Wer seine Zeit bereits im Kasten hatte, behielt sie. Wer in den letzten Sekunden von Q3 noch auf Verbesserung hoffte, schaute in die Röhre. Verstappen unterbrach seine eigene Runde und fiel auf den fünften Startplatz zurück. Einen schlechteren Moment für einen Fehler kann man sich auf diesem Kurs kaum vorstellen - schließlich galt der Red Bull Ring lange als Verstappens Wohnzimmer.

Erste zwei Startreihen - Leclerc, Hamilton und das Mercedes-Duo

Charles Leclerc startet neben Russell aus der zweiten Box - seine 1:06.349 bedeutete Startplatz zwei. Der Monegasse war in einer komfortablen Ausgangslage, weil er seine Zeit noch vor Verstappens Dreher gesetzt hatte, und ließ Teamkollege Lewis Hamilton um gerade einmal 0,059 Sekunden hinter sich.

Der siebenmalige Weltmeister belegt Startplatz drei und geht aus der zweiten Reihe neben Kimi Antonelli ins Rennen. Den Italo-Finnen traf Verstappens Crash am härtesten. Antonelli hatte mit seiner 1:06.414 kurzzeitig die Pole Position inne, brach seine finale Runde dann aber ab und landete auf dem vierten Startplatz - eine Entscheidung, die ihn die erste Startreihe kostete.

Ferraris Qualifying-Leistung am Samstag zeigt, dass die Scuderia das Tempo für den Kampf ums Podium hat. Zwei Autos in den ersten drei Startpositionen - das Ergebnis, das Maranello gebraucht hat.

McLaren ohne Glanz, Hadjar und Racing Bulls weit vorne

Lando Norris kam nur auf den sechsten Startplatz, gerade einmal 0,009 Sekunden vor McLaren-Teamkollege Oscar Piastri auf Position sieben. Für ein Team mit Meisterschaftsambitionen ist das auf einem Kurs, wo Hundertstelsekunden zählen, ein bescheidenes Qualifying-Ergebnis.

Die Top Ten vervollständigten Isack Hadjar im Red Bull sowie das Racing-Bulls-Duo Liam Lawson und Arvid Lindblad. Dass diese Namen so weit vorne stehen, sagt einiges darüber aus, wie ausgeglichen die Mittelgruppe geworden ist. Lindblad in Q3 ist außerdem ein Signal: Der Nachwuchs aus dem Red-Bull-Programm drückt den etablierten Stammfahrern zunehmend im Nacken.

Q2 - Verstappen am Rand der Katastrophe

Noch bevor es in Q3 zur Kollision kam, schrammte Verstappen in der zweiten Qualifying-Phase knapp an der Elimination vorbei. Red Bull hatte errechnet, dass die 1:06.183 für den Einzug in Q3 reicht, und schickte den Niederländer deshalb nicht auf eine zweite schnelle Runde - nebenbei wollte das Team einen Satz frischer Softs schonen.

Der Plan wäre fast geplatzt. Verstappen rutschte von Platz sieben nach und nach auf Platz zehn, als Hadjar und das Racing-Bulls-Duo ihn in der Zeitentabelle überholten. Die letzte ernsthafte Bedrohung war Pierre Gasly, der im mittleren Sektor stark unterwegs war - doch dem Franzosen fehlten am Ende 0,040 Sekunden, er schied auf Platz elf aus. Der Weltmeister kam mit dem letzten Aufgebot weiter.

Direkt hinter Gasly reihte sich Gabriel Bortoleto auf Platz zwölf ein, 0,110 Sekunden vom Einzug ins Q3 entfernt. Oliver Bearman belegte Startplatz dreizehn, Nico Hülkenberg Platz vierzehn. Esteban Ocon, unter Druck nach einer schwachen Serie, vermied sein viertes aufeinander folgendes Q1-Aus und sicherte sich Rang fünfzehn. Franco Colapinto schloss Q2 auf dem sechzehnten Platz ab; schnellster Fahrer in diesem Abschnitt war Antonelli.

Q1 - Williams-Doppelpanne und Fortschritte bei Cadillac

Der erste Qualifying-Abschnitt hielt eine Überraschung in der Williams-Garage bereit. Carlos Sainz fing sich in der letzten Kurve einen Übersteuerer ein und erzielte nur die siebzehnte Zeit; sein Teamkollege Alex Albon belegte Platz achtzehn. Es ist das erste Williams-Doppelaus in Q1 seit dem Grand Prix von China.

Das debütierende Cadillac-Team zeigte erneut Fortschritte: Beide Autos qualifizierten sich mit rund einer Sekunde Vorsprung auf Aston Martin. Sergio Pérez auf Platz neunzehn, Valtteri Bottas auf zwanzig. Aston Martin erlebte das dritte Qualifying in Folge vom letzten Startplatz aus. Fernando Alonso erzielte die einundzwanzigste Zeit vor Lance Stroll, der auf die Q1-Bestzeit von Antonelli satte drei Sekunden verlor.

Was dieses Ergebnis für das Sonntagsrennen bedeutet

Die erste Startreihe mit Russell und Leclerc legt ein interessantes Brett vor dem Rennen. Mercedes hat zwei Autos in den ersten vier Positionen, Ferrari zwei in den ersten drei - und Verstappen muss von hinten aufholen, auf einer Strecke, die eigentlich sein Revier sein sollte.

Der Red Bull Ring ist kurz, bietet harte Bremszonen und echte Überholchancen. Von Startplatz fünf hat Verstappen die Mittel, um ums Podium zu kämpfen - doch ein Start aus der zweiten Reihe birgt immer das Risiko eines Kontakts in den ersten Kurven. Antonelli will von Platz vier zurückholen, was ihm die abgebrochene Q3-Runde gekostet hat. McLaren auf sechs und sieben muss auf Strategie und Renntempo hoffen, von diesen Positionen ist der Weg nach vorne nicht leicht.

Das Qualifying hat die Karten verteilt. Punkte gibt es erst am Sonntag. Kommt die Spitzengruppe sauber weg, könnte es ein Mercedes-Ferrari-Duell um den Sieg geben - mit Verstappen als Angreifer aus dem Mittelfeld.

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